Case Studies, Fallstudien und Fallbeispiele

Zeitaufnahmen und Potenzialanalyse bei einem Automobilzulieferer

Projektzeitraum: Januar 2018 – Februar 2018
Deutschland, , Baden-Württemberg
Beteiligte Berater: 2


Ausgangssituation

Das Unternehmen produziert Achsteile in seinem Hauptwerk in Nordrhein-Westfalen und einem kleinere Werk in Baden-Württemberg. Die Produktionszeiten im Zweitwerk haben sich in der Vergangenheit erhöht, was negative Auswirkungen auf die Kostenstruktur bzw. die Herstellkosten und somit auch auf die Gewinnmarge des Produktes an diesem Standort hatte.

REFA-Consulting wurde damit beauftragt, die Abläufe in der Schweißerei zeitlich neu zu erfassen und Ratiopotenziale zu eruieren.

Zeitaufnahme Achshersteller


Ziel der REFA Beratung

Ermitteln der REFA-Zeiten als Basis für neue Vorgabezeiten und gleichzeitig Ermittlung von Ratiopotenzialen.


Aufgabenstellung

  • Die Zeitaufnahmen sollen an 19 benannten Produkten – mit Unterbaugruppen – durchgeführt werden.
  • Je Produktgruppe sollen mindestens 3 Zeitaufnahmen durchgeführt und daraus Mittelwerte gebildet werden. Aufgrund der langdauernden Zyklen wird aus Kostengründen von 10 – 15 Wiederholungen abgesehen.
  • Während der Analysen und Zeitaufnahmen soll REFA von einem Mitarbeiter unterstützt werden. Dadurch sollte es möglich sein, innerhalb von 10 Tagen 70 – 80 % der Produkte zeitlich zu erfassen.

REFA-Vorgehensweisen

 Zeitaufnahmen mit Leistungsgradbeurteilung

 

  • Ablaufanalysen der Mitarbeiter: Wer macht was und vor allem wie.
  • Mittels Tätigkeitsanalysen werden die produktiven und unproduktiven Zeitanteile der Mitarbeiter in Prozenten erfasst.

Zeitliche Taktungen der Prozessschritte (mind. 3 Zeitaufnahmen je Prozessschritt):

  • Evtl. Vorbereitungstätigkeiten.
  • Kontrollen
  • Evtl. Nachbearbeitungstätigkeiten
  • Materiallogistik und Materialtransport.

Bewertung der produktiven- und unproduktiven Zeitanteile der Mitarbeiter:
Auf der Grundlage der prozentualen Verteilung von produktiven und unproduktiven Zeitanteilen werden Vorschläge für evtl. neue Arbeitsabläufe, Tätigkeiten und Materialflussverläufe erarbeitet.

Erfassen, Verdichten und Auswerten der Basisdaten:

  • Alle erfassten Daten werden als SOLL/IST Vergleich plausibilisiert.
  • Analysen und Vorschläge zur Umsetzung der Potenziale werden schriftlich zusammengefasst.

Ergebnisse des Projekts

Neben umfangreichen Zeitaufnahmen als Basis für neue Vorgabezeiten wurden gleichzeitig Rationalisierungspotenziale ermittelt, welche hier auszugsweise angeführt werden sollen.

Potenzial Rüsten:

Die Rüstzeiten sollten – bezogen auf die beiden Produktionshallen – vereinheitlicht werden. Die Schweißerei in Halle 2 hat wesentlich längere Material- und Vorrichtungstransportwege.

Verbesserung des Arbeitsplatzes:

Zeitweise stehen innerhalb der Schweißkabinen 5 - 6 Paletten mit Material, das nicht in Bearbeitung ist. Zu bearbeitendes Material lagert dagegen außerhalb der Kabine, d.h., der Mitarbeiter muss immer wieder die Kabine verlassen, um Material zur Bearbeitung zu holen. Diese Wegzeiten sind in der Vorgabezeit nicht berücksichtigt. In der Kabine sollte sich nur das Material befinden, welches aktuell bearbeitet wird.

Potential Roboter Schweißen:

Das Mitarbeiter/Roboter-Arbeitssystem enthält nur eine Schweißvorrichtung. Während der Mitarbeiter die Vorrichtung bestückt und vorheftet, wartet der Roboter – ca. 12,5 min. Durch eine zweite Vorrichtung kann der Mitarbeiter das Bestücken und Vorheften vorbereiten und die Vorrichtung mit Teilen wechseln – ca. 2 min. Die Wartezeit des Roboters kann deshalb je Zyklus um ca. 10 min reduziert werden.

Potential Verbesserung des Materialflusses / Handling:

Von der Planungsseite sollte untersucht werden, warum viele Aufträge in den Hallen über mehrere Tage liegen – noch nicht angefangen oder halb fertig. Dadurch kommt es unnötig zu zusätzlichen Manipulationen. – Das Material wird mehrfach ohne Sinn umgestellt.


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